
S11
Solothurn, Oktober 2022
Einführung in die Ausstellung von Matthias Huber und Barbara Wiggli
Ausstellung Barbara Wiggli und Matthias Huber im S11 in Solothurn (stark gekürzter Text)
Die Ausstellung von Matthias Huber und Barbara Wiggli erzählt von Farbe und Material und wie diese ihre Nachbar- und Verwandtschaften finden und Verbindungen eingehen. (...)
Die Objekte von Barbara Wiggli entziehen sich einer eindeutigen Zuschreibung. Die Künstlerin hatte 1999 ihre erste institutionelle Ausstellung hier im S11, als ihre Werke zusammen mit Werken ihrer Grossmutter, der Solothurner Künstlerin Rosa Wiggli (1901–1991) unter dem Titel Innerungen ausgestellt wurden.
Ein wichtiges Anliegen von Barbara Wiggli ist es Verbindungen zu schaffen. Sie versucht Vorgefundenes, Materialien, die sie haptisch interessieren zusammenzuführen. Dabei lotet sie die Grenzen dessen aus, was aushaltbar ist. Ein schönes Beispiel dafür finden wir im dritten Stock, wo die Künstlerin mit dem Objekt sich finden, 2022 wo die Künstlerin Pressholz als Intarsie in Styropor einarbeitet.
Der Vogel nimmt während der Pandemie für Barbara Wiggli seine Gestalt als Sehnsuchtsobjekt an, mit dem sich auch Schülerinnen und Schüler in der Adoleszenz im Sinne von Flügge werden aufdrängt. Die Grundbewegung der Leichtigkeit strebt Barbara Wiggli an.
Und doch nimmt sich die Künstlerin auch schwerer Materie an. Für das Objekt In older Times, 2015 (zu sehen im ersten Stock) bearbeitete sie ein Stück Akazie, aus dem Baum, der im Garten ihrer Kindheit gestanden hat. Barbara Wiggli ist es wichtig, Verbindungen herzustellen. Hier verbindet sie die hölzernen Schrauben aus ihrem Kinderspiel mit dem Baum ihrer Kindheit. Das massive Stück Akazie wurde so bearbeitet, dass es dem Spielzeug auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnelt und fast übersehen werden könnte, dass die roten Schrauben geschnitzt sind. Entdeckt man, dass das Objekt über seine Entstehung hinweg täuscht, manifestiert es sich als starkes Erinnerungsstück.
Leichter geben sich die neueren Reliefarbeiten die sich als Assemblagen von Fundstücken aus dem Atelier und von anderswo zusammen finden. Das Interesse am Material ohne zu werten, motiviert die Künstlerin Grenzen auszuloten und zu testen, ob sie überschritten werden können, auch dieses Ausloten geht nur mit einem Vertrauen in die Intuition.
S11
Solothurn, Oktober 2022
Einführung in die Ausstellung von Matthias Huber und Barbara Wiggli
Ausstellung Barbara Wiggli und Matthias Huber im S11 in Solothurn (stark gekürzter Text)
Die Ausstellung von Matthias Huber und Barbara Wiggli erzählt von Farbe und Material und wie diese ihre Nachbar- und Verwandtschaften finden und Verbindungen eingehen. (...)
Die Objekte von Barbara Wiggli entziehen sich einer eindeutigen Zuschreibung. Die Künstlerin hatte 1999 ihre erste institutionelle Ausstellung hier im S11, als ihre Werke zusammen mit Werken ihrer Grossmutter, der Solothurner Künstlerin Rosa Wiggli (1901–1991) unter dem Titel Innerungen ausgestellt wurden.
Ein wichtiges Anliegen von Barbara Wiggli ist es Verbindungen zu schaffen. Sie versucht Vorgefundenes, Materialien, die sie haptisch interessieren zusammenzuführen. Dabei lotet sie die Grenzen dessen aus, was aushaltbar ist. Ein schönes Beispiel dafür finden wir im dritten Stock, wo die Künstlerin mit dem Objekt sich finden, 2022 wo die Künstlerin Pressholz als Intarsie in Styropor einarbeitet.
Der Vogel nimmt während der Pandemie für Barbara Wiggli seine Gestalt als Sehnsuchtsobjekt an, mit dem sich auch Schülerinnen und Schüler in der Adoleszenz im Sinne von Flügge werden aufdrängt. Die Grundbewegung der Leichtigkeit strebt Barbara Wiggli an.
Und doch nimmt sich die Künstlerin auch schwerer Materie an. Für das Objekt In older Times, 2015 (zu sehen im ersten Stock) bearbeitete sie ein Stück Akazie, aus dem Baum, der im Garten ihrer Kindheit gestanden hat. Barbara Wiggli ist es wichtig, Verbindungen herzustellen. Hier verbindet sie die hölzernen Schrauben aus ihrem Kinderspiel mit dem Baum ihrer Kindheit. Das massive Stück Akazie wurde so bearbeitet, dass es dem Spielzeug auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnelt und fast übersehen werden könnte, dass die roten Schrauben geschnitzt sind. Entdeckt man, dass das Objekt über seine Entstehung hinweg täuscht, manifestiert es sich als starkes Erinnerungsstück.
Leichter geben sich die neueren Reliefarbeiten die sich als Assemblagen von Fundstücken aus dem Atelier und von anderswo zusammen finden. Das Interesse am Material ohne zu werten, motiviert die Künstlerin Grenzen auszuloten und zu testen, ob sie überschritten werden können, auch dieses Ausloten geht nur mit einem Vertrauen in die Intuition.